Friends will be not ever friends

  

Der Lauf des Lebens oder auch anders gesagt; friends will be not ever friends.

 

Heute wird es etwas emotionaler als sonst, aber es ist auch Vorweihnachtszeit und da werde ich zumindest immer etwas ruhiger und nachdenklicher.

Vieles hat mal ein Ende, so auch Freundschaften. Eigentlich spielt sich immer ein Schema ab. Man baut eine lange Freundschaft auf und plötzlich wird es schwierig. Zwischenmenschliches kann halt manchmal echt kompliziert sein. Lösungen sind einfach nicht vorhanden.

Ich, so denke ich zumindest, bin eine gute Freundin. Ich interessiere mich für das was meine Freunde machen und versuche immer da zu sein – sofern es meine Zeit zu lässt – vorallem wenn es Probleme gibt. Oftmals habe ich das Gefühl, ich mache mehr für andere, als andere für mich. So auch in Partnerschaften, wobei ich betone, dass ich nur eine wirklich nennenswerte hatte, die zweite war eine Farce.

Ist mir jemand wichtig, kümmere ich mich nahezu aufopferungsvoll. Kein Weg ist mir zu weit, keine Zeit zu früh/spät. Doch niemand ist perfekt! Ich gestehe, mir ist dieses “rumgeschreibe” in den einschlägigen Messangerdiensten oft lästig und so passiert es mir immer wieder, dass ich mich zu wenig bei meinen Freunden melde. Ich spreche nun mal lieber persönlich mit meinen Mitmenschen, als das ich stundenlang tippe um danach dann wieder dadurch entstandene Missverständnis zu klären.

 

Oftmals melde ich mich aber auch nicht, weil ich denke sie wären zu beschäftigt, will nicht stören oder gar nerven. Es soll ja auch nicht so sein, dass sie irgendwelche Ausreden benützen müssen, nur um mich los zu werden. Ich bin dazu auch nicht besonders gut, meine Probleme und Ängste mit anderen zu teilen und nehme mir vieles zu sehr zu Herzen. Gute Freunde kennen meine “Eigenarten” und nehmen mir das auch nicht übel. Das ist dann aber auch ein kleiner, feiner und ausgewählter Kreis.

Doch leider ist nichts von Bestand, da sich Menschen – aus welchen Umständen auch immer – ändern und auch die noch so vertraute Person sich plötzlich von einem entfernt.

 

Das liegt oftmals daran, dass man sich unterschiedlich entwickelt. Einige befinden sich jetzt schon in einer Endloschleife, erzählen irgendwie immer das gleiche und es hat den Anschein sie wären bereits jetzt schon am vermeintlichen Ziel angekommen. Andere wirken mit gerade mal Mitte zwanzig schon altbacken und schrullig, wollen keine Veränderung mehr im Leben und scheuen das Neue.

Menschen entwickeln sich in ihrem Leben, durch Impulse, Erfahrungen, Begegnungen, aber auch Erfolge und Niederlagen. Der Charakter des einzelnen ist entscheidend wie er sich dabei verändert.

In meinem Freundeskreis hat sich in den letzten Monaten so viel verändert. Die Prioritäten wurden neu gesetzt, sei es durch eine Partnerschaft, neuer Beruf, Umzug in eine andere Stadt oder gar Land. Auch dadurch kommt es zu unterschiedlichen Entwicklungen. Die Wichtigkeiten werden neu gesetzt und ehe man sich versieht gerät man schnell in Vergessenheit. Sowas ist zwar traurig, aber doch ein normaler Vorgang, quasi Alltag.

Wenn Freunde trotz der geänderten Situationen bei “Dir” bleiben, so hat man eine Chance auf eine lange und intensive Freundschaft, dessen bin ich mir inzwischen sicher. Wir stecken gerade alle in diesem Umbruch. Nicht jeder von uns weiß wohin uns einmal der Weg führt oder ob wir stets dort bleiben wo wir uns gerade befinden.

“Wenn ein ein Freund weggeht, muß man die Tür verschließen, sonst wird es kalt” – Berthold Brecht

 

 

Auch ich werde manchmal sentimental und denke daran was für schöne und unvergessliche Momente ich mit manchen Freunde hatte. Doch man sollte nicht krampfhaft an etwas festhalten, was nicht funktionieren kann.

So ging es mir erst in den vergangenen Tagen. Ein Mensch der mich seit der siebten Klasse als Freund begleitet hat, mir mit Rat und wenn auch weniger mit Tat zur Seite stand, hat sich in Kürze so gravierend verändert, mich verbal so stark verletzt, das ich den Bruch und Rückzug veranlasst habe. Ein notwendiger Schritt um mich nicht selbst mehr zu verlieren. Selbstschutz!

Vertrauensbruch, wenn man skrupellos hintergangen wird, oder wird sitzengelassen sind für mich Dinge in einer Freundschaft die zu irreparablen Schäden führen und veranlassen mich stets zu einem Rückzug. Ist das Grundvertrauen einmal gestört, kommt es unweigerlich zum Bruch. Doch um mal zu einem Ende zu kommen. Eine Freundschaft lebt und stirbt damit, wie viel ihr darin investiert. Macht ihr selbst nichts dafür, wartet ihr vermutlich auch lange darauf, dass der andere etwas dafür tut.

If you’re not losing a friend, then you’re not growing up!

Mag einer eurer aktuellen Freunde nichts mehr in die Freundschaft investieren, ist nicht mehr dauerhaft für auch da, dann versucht damit abzuschließen. Ohne Wut im Bauch und ohne Enttäuschung. Konserviert lieber die positiven Geschehnisse und wer weiß in ein paar Jahren lebt vielleicht gerade diese Freundschaft wieder auf.

Ich bin der Meinung, je öfter man Verletzungen ausspricht, umso mehr Raum nimmt sie in dir ein und umso verbitterter wird man. Manches sollte man einfach unausgesprochen lassen. Reflektiert lieber eure aktuellen Freundschaften und seid der Freund, den ihr selbst braucht. Nehmt gleichzeitig aber Abstand zu denen, die euch nicht gut tun und welchen, die euch nicht brauchen.

Ich wünsche euch allen schon jetzt eine schöne Vorweihnachtszeit, ein schönes Weihnachtsfest und besinnliche Feiertage. Natürlich wird der ein oder andere kleinere Post noch vor Weihnachten kommen, jedoch sollte dies mein Post für den Abschluss diesen Jahres sein.

 

– in Kooperation mit Fabian Stübiger Fotografie

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