Emotionen, die man 2017 eher abschalten sollte

 

Als Kopfmensch ist das so eine Sache mit Emotionen. Jeder Vorfall wird im Extremum analysiert, jede Aussgangssituation wird durchlebt und am Ende steht man genauso enttäuscht da, wie davor. “Das hätte ich mir ja gleich denken können”. Manche können Verluste einfach wegstecken, über Enttäuschungen hinwegsehen – ich leider nicht. Aber ich kämpfe genauso weiter, wie jeder andere auch.

Heute möchte ich etwas loswerden, was mich nicht erst seit gestern beschäftigt, sondern seit geraumer Zeit.

 

Freundschaft: 

Freundschaften zu schließen fiel mir noch nie leicht. Vielleicht weil ich eine gewisse Zeit brauche, mich den Menschen zu öffnen, oder einfach zu schüchtern war, diejenigen anzusprechen. Hatte ich dann einmal Freundschaften geschlossen, sofern man mich nicht in den ersten 10 Sekunden abstempelte, hielten die meisten auch nicht lange. Ich möchte nicht nur den anderen Menschen die Schuld geben, denn dazu gehören immer beide Parteien, aber die Gründe für eine “Kündigung” fand ich jedes Mal genauso undurchdacht.

“Du ziehst dich viel zu aufgebrezelt an, da fühle ich mich wie ein Bauer neben dir.” “Kannst du vielleicht auch mal Sneakers anziehen, anstatt immer in Ballerinas oder Absatzschuhen zu kommen?” “Du schminkst dich irgendwie komisch in letzter Zeit.” “Dich reden immer alle an, mich nicht.” “Du hast nie Zeit für mich, dein Plan mit Fitnessstudio, Schule und Co. kann ich nicht akzeptieren.” Nein diese Sätze habe ich mir nicht ausgedacht, sondern schon so oft zu hören bekommen. Ich brauche mich nicht dafür rechtfertigen, das mir Schule und der Sport wichtig sind oder das ich mich eben anders anziehe als meine Freunde, weil mir der Stil gefällt. Aber der schlimmste Satz, den ich hören musste, sitzt bis jetzt immer noch tief: “Du bist nur ein sch*** Bonzenkind!”.

Wer mich wirklich kennt (und das ist nicht mal 1% meiner Freunde), kennt auch meine Geschichte. Und mich wegen meinem Aussehen, Klamotten oder was auch immer es sein mag, so negativ abzustempeln, ist für mich inzwischen einfach nur oberflächlich.

Um an dem Punkt des Abstempelns nochmal anzuknüpfen, erzähle ich euch einmal, wie es normalerweise abläuft, wenn man mich sieht: Ich laufe auf denjenigen zu, tippe etwas in mein Handy, höre Musik oder rede mit jemanden, soweit ich einer meiner Freunde dabei habe. Ich werde von oben bis unten nicht nur einmal, nicht zweimal und auch nicht dreimal abgescannt, sondern eher studiert. Dann kommt ein widerlicher Gesichtsausdruck oder irgendwelche Schimpfwörter mit einer Ladung Hass auf mich zugeballert (leider versteht man die abwertigen Kommentare, da keiner mehr flüstert). Wenn ich die Personen anlache, kommt nichts zurück.

So viel zum Thema “in 10 Sekunden abstempeln”. Ich behaupte jetzt selbst von mir einmal, dass ich nicht arrogant bin oder die Menschen nach dem was sie haben oder wie sie aussehen beurteile geschweige dem was ich gehört habe. Ich will mir lieber selbst ein Bild desjenigen machen und kann danach urteilen. Das lustige daran ist, die Menschen, die mich kennen gelernt haben, behaupten plötzlich “ich wäre doch voll in Ordnung, lustig und gar nicht so wie sie erst gedacht haben, als sie mich sahen”. Ich bitte euch, lasst einmal eure Vorurteile im Hinterkopf und lasst euch auf den Menschen ein. Nur weil er anders ist, heißt es nicht das er arrogant und widerwertig ist. Genauso wie ein nicht modisch gekleideter Mensch nicht gleich assozial oder sonst was ist. Ihr solltet lieber erst einmal die Geschichte über denjenigen erfahren, bevor ihr urteilt.

 

 

The  Men`s:

 

Noch so ein Thema, bei dem ich den Kopf abschalten sollte. Das mich viele ansprechen, stimmt eher nicht. Doch wenn es einer mal versucht, dann läuft es wie folgt ab. Man trifft sich zwei bis dreimal, man schreibt sich ein bis zwei Wochen und dann: Kontaktabbruch. Aus dem nichts meldet er sich nicht mehr, blockiert mich im schlimmsten Fall. Warum? Was soll der Quatsch? Ist es nicht mehr möglich zu sagen, das es doch nicht das Richtige ist? Dann wissen beide Parteien bescheid und es gibt keine Missverständnisse. Wär ja schließlich zu einfach.

 

So oder so ähnlich endet es meistens bei mir. Glücklich werden – Fehlanzeige. Was ich daraus gelernt habe und euch mitgeben kann? Ihr könnt nichts erzwingen. Und wenn es nichts wird, dann war es nicht das Richtige. Achtet lieber auf euch selbst und tut euch was gutes, anstatt immer auf den “richtigen” Mann zu warten. Wir sind ja schließlich noch jung und haben das ganze Leben vor uns. Also genießt es!

Resultat:

Durch ständige Abfuhren und Abstempeln werden wir Menschen immer kälter. Kälter zu uns und kälter zu anderen. Und so möchte ich nicht werden. Ich möchte anderen gegenüber nicht unfreundlich und unverschämt werden, sondern offen und freundlich bleiben. Jeder Mensch hat seinen Charakter, seine Stärken, seine Schwächen und seine Fehler. Und jeder Mensch macht Fehler. Beurteilt die Menschen nicht nach dem Aussehen oder ihrem Hab und Gut. Beurteilt sie so, wie sie sind, nicht perfekt aber ein Mensch wie du und ich.

 

 

 

 

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